Fuß
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Ägyptischer Fuß, 1000 v. Chr. |
Unsere Füße stellen durch das Fußlängs- und quergewölbe ein kompliziertes Skelettorgan dar, das dazu dient, unseren Körper zu tragen und fortzubewegen. Solange wir keine Schmerzen oder Fehlstellungen an unseren Füßen entwickeln, sind wir uns dessen nicht bewusst. Verändert sich aber der Fuß in seiner Form, sodass die komplizierte Konstruktion von Längs- und Quergewölbe gestört und dabei auch die mitbetroffenen Sehnen und Bändern aus den Fugen geraten, werden wir bei jedem Schritt und Tritt daran schmerzhaft erinnert. Schon die alten Ägypter begannen deshalb 1000 Jahre vor Christus operative Massnahmen am Fuß vorzunehmen, wie dieses Bild einer Mumie belegt, bei der offensichtlich die amputierte Großzehe durch eine Holzprothese ersetzt wurde.
Das Verständnis der Komplexität unserer Füße hat seit 1950 stetig zugenommen und insbesondere die Fußchirurgie hat jetzt in den letzten 15-20 Jahren eine deutliche Entwicklung genommen, sodass man heute bei vielen Veränderungen der Füße sowohl gute konservative Verfahren mit entsprechender Einlagenversorgung und Fußgymnastik und bei fortgeschrittenen Fällen, bei denen diese Verfahren keine Hilfe mehr bieten, auch operative Eingriffe anbieten kann. Dabei wird zwischen einem Gelenkerhaltenden (diesem wird meist der Vorzug gegeben) und einem Gelenkresezierenden Eingriff unterschieden.
Hallux valgus
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Die bekannteste Fußfehlform stellt der sogenannte Hallux valgus (Fußballen) mit X-Fehlstellung am Großzehengrundgelenk dar. Diese Fehlstellung entwickelt sich in der Regel durch einen durchgetretenen Spreizfuß, sodass der 1. Mittelfußstrahl sukzessive über den Sesambeinkomplex wegwandert und der Großzeh durch die Beuge- und Strecksehne immer mehr in die X-Fehlstellung gedrängt wird. Verdeutlicht wird dies durch die beiden nachfolgenden Schemabilder.
Auf der unteren Schemazeichnung ist die Pathologie des Fußes bei einer Ballenbildung mit dem Hinweggleiten des 1. Mittelfußstrahles über die sog. Sesambeine und die Verlagerung der Streck- und Beugesehne zu erkennen.
Gelenkerhaltende Eingriffe am Großzeh
- An gelenkerhaltenden Eingriffen bieten wir an
- - Op.n. Mc Bride
- - Op.n. Reverdin Green oder Chevronosteotomie
- - Op.n Scarf
Gelenkersetzende Hallux valgus - Operation
- OP n. Keller/Brandes mod. n. Pisani
- Künstlicher Ersatz des Grosszehengrundgelenkes
Ob man sich für einen gelenkerhaltenden oder einen gelenkersetzenden Eingriff an ihren Zehen entscheidet, hängt im wesentlichen von der Fußfehlform und dem Arthrosegrad des Großzehengrundgelenk und der anderen Zehengrundgelenke ab. Dies zu entscheiden geht in der Regel nur durch eine klinische Untersuchung ihres Fußes und Anfertigung von Röntgenbildern.
klinisches Bild bei einem Hallux valgus
intraoperativer Befund bei einem Weichteileingriff
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intaoperativer Befund eines Weichteileingriffs am 1. Mittelfußstrahl (Op. n. Mc Bride). Hier ist gerade die Großzehenabspreizsehne freipräpariert. |
Verbandstechnik
Postoperativer Befund nach Weichteileingriff
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postoperativer Befund eines Weichteileingriffs (Op. n. Mc Bride) ca. 1 Jahr nach Operation des li. Vorfußes |
gelenkerhaltende Umstellungen am 1. Mittelfußstrahl
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Schemazeichnung eines Eingriffes Op.n. Reverdin Green oder Chevronosteotomie mit Umstellung des Mittelfußköpfchens und Fixierung mit einer oder 2 Schrauben. |
intraoperatives Bild bei Umstellung des 1. Mittelfußstrahles
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intraoperativer Befund mit Durchtrennung des Mittelfußköpfchens und Verschiebung nach kleinzehenwärts (Op.n. Chevron oder Op.n. Reverdin-Green) |
postoperatives Röntgenbild nach Umstellung 1. Mittelfußstrahl
Bei Hammer oder Krallenzehen
Häufig sind der Hallux valgus und die Hammer oder Krallenzehen kombiniert, sodass man gleichzeitig zur Operation am 1. Mittelfußstrahl auch weitere Eingriffe sowohl gelenkerhaltend als auch resezierend am 2. und 3. teilweise sogar alle Zehen in einer Sitzung operativ angehen muss.
klinisches Bild bei Krallenzehen und Hallux valgus
gelenkerhaltende Umstellung am 2-5 Mittelfußstrahl
Die Mobilisation erfolgt jeweils bereits am OP-Tag in einem speziellen Verbandsschuh. Auch die Mobilisation der Zehen kann schon am ersten postoperativen Tag erfolgen.
prä- und postoperatives Röntgenbild nach künstlichem Gelenkersatz am Großzehengrurndgelenk
Häufig gestellte Fragen
- Wie lange dauert die Operation? Bei einer Operation des Großzehs dauert der Eingriff ca. 30 Minuten. Kommen noch weitere Eingriffe an den kleinen Zehen hinzu, kann der Eingriff bis zu einer Stunde dauern.
- Wie lange bin ich in Narkose? Die Narkose dauert genauso lange wie der Eingriff, sodass Sie mit Beendigung des Eingriffes in der Regel auch schon wach und ansprechbar sind. Häufig kann es jedoch sein, dass Sie sich an die ersten Minuten nach der Narkose nicht erinnern können, weshalb Ihnen der Eingriff länger erscheint.
- Was passiert nach der Narkose? Sie werden nach der Narkose in den Aufwachraum gebracht und dort von unserem Personal und dem Narkosearzt überwacht. Sobald Sie richtig wach sind, in der Regel dauert dies 30-60 Minuten, werden Sie angezogen und an die Anmeldung unserer Praxis gebracht. Dort können Sie von Ihren Angehörigen abgeholt werden.
- Wie lange muss ich die Gehstützen und den Vorfußentlastungsschuh benutzen? Es empfiehlt sich, den operierten Vorfuß mit dem Vorfußentlastungsschuh, den sie in unserer Praxis erhalten, zu schonen. Wenn Sie sich unsicher auf diesem Schuh fühlen, geben wir Ihnen zur Sicherheit noch Gehstützen mit. In den meisten Fällen können Sie sich jedoch schon ab dem 3.-4. Tag postoperativ ohne Gehstützen bewegen. Eine Vollbelastung auf der Ferse ist meistens erlaubt.
- Was ist, wenn ich nach der Operation Schmerzen bekomme? Sie bekommen nach der Operation von uns Schmerzmittel mitgegeben, die Sie bitte nach unseren Vorgaben einnehmen. Sollten trotzdem noch starke Schmerzen bestehen, haben Sie immer die Möglichkeit, uns Ärzte telefonisch über Handy (die Nummer bekommen Sie postoperativ von uns mitgeteilt) oder auch über unser Belegkrankenhaus zu erreichen.
- Wo findet das Narkosegespräch vor der Operation statt? Unser Narkosearzt ruft Sie in der Regel 1-3 Tage vor der geplanten Operation zu Hause an und geht mit Ihnen den präoperativen Narkosebogen durch, sodass Sie dort ausreichend Möglichkeiten haben Ihre Fragen zur Narkose zu stellen. Wir bitten Sie deshalb, diesen Narkosebogen, den Sie direkt nach der Operationsaufklärung in unserer Praxis erhalten, auszufüllen und auch zu unterschreiben (wird häufig vergessen!!!)
- Ab wann darf ich nichts mehr essen vor der Operation? Sie dürfen am Vorabend der Operation bis 22.00 Uhr essen und trinken (auch rauchen), ab dann bitte nicht mehr, außer unser Narkosearzt erlaubt Ihnen dies, weil Ihre Operation erst am Nachmittag stattfindet, sodass Sie noch ein Frühstück einnehmen können.
- Wann kann ich nach der Operation wieder essen? Sie bekommen schon direkt nach der Operation bei uns Tee oder Wasser zum Trinken, gelegentlich auch schon etwas Gebäck. Wenn Sie möchten, können Sie sich auch eine Banane mitbringen, die Sie nach der Operation essen könnten.
- Wann spreche oder sehe ich den Arzt nach der Operation? Während Sie im Aufwachraum liegen, besprechen wir in der Regel den operativen Befund mit Ihnen. Manchmal kann es sein, dass Sie sich wegen eines Überhanges des Narkosemittels nicht mehr an dieses Gespräch erinnern können. Wir rufen aber alle unsere Patienten am Abend des Operationstages noch einmal an, um uns nach ihrem Wohlbefinden zu erkundigen. Sie können dann offen gebliebene Fragen stellen.





















